Transparente KI-Abrechnung: Wie celox ops und der Claude Token Tracker zusammenarbeiten
Transparente KI-Abrechnung: Wie celox ops und der Claude Token Tracker zusammenarbeiten
celox.io setzt bei der Softwareentwicklung intensiv auf KI-gestützte Werkzeuge — konkret auf Claude Code von Anthropic. Damit Kunden nachvollziehen können, wann und wie intensiv an ihrem Projekt gearbeitet wurde, wurden zwei eigene Open-Source-Tools entwickelt und miteinander verknüpft: der Claude Token Tracker und celox ops.
Das Ergebnis: Kunden erhalten auf Wunsch einen detaillierten KI-Nutzungsbericht — als interaktives Dashboard, als HTML-Report per E-Mail oder direkt als Anhang zur Rechnung. Mit aktiver Arbeitszeit, Codezeilen, eingesetzten Modellen und Kosten. Vollautomatisch, transparent, nachvollziehbar.
Beide Projekte sind Open Source (MIT-Lizenz) und auf GitHub frei verfügbar.
Was ist der Claude Token Tracker?
Der Token Tracker ist ein Open-Source-Dashboard (Node.js, SQLite, Chart.js), das die gesamte Nutzung von Claude Code in Echtzeit protokolliert und visualisiert.
Repository: github.com/pepperonas/claude-token-tracker (MIT-Lizenz)
Wie funktioniert das?
Claude Code speichert jede Interaktion — jede Frage, jede Code-Generierung, jede Dateibearbeitung — als JSONL-Logdatei im lokalen Dateisystem (~/.claude/projects/). Der Token Tracker liest diese Dateien inkrementell (Byte-Offset-basiert, ohne erneutes Parsen bereits verarbeiteter Daten), extrahiert die relevanten Metriken und speichert sie in einer SQLite-Datenbank.
Was wird erfasst?
Für jede einzelne KI-Interaktion:
- Zeitstempel — wann genau die Anfrage stattfand
- Token-Verbrauch — Input-Tokens (was die KI liest), Output-Tokens (was sie generiert), Cache-Tokens (wiederverwendete Kontexte)
- Kosten — berechnet anhand der offiziellen Anthropic-API-Preise pro Modell
- Codezeilen — wie viele Zeilen geschrieben, hinzugefügt oder entfernt wurden (extrahiert aus den Edit/Write-Tool-Aufrufen)
- Projekt-Zuordnung — automatisch aus dem Dateipfad abgeleitet
- Session-Tracking — zusammenhängende Arbeitsphasen werden erkannt
- Aktive Arbeitszeit — tatsächliche Nutzungsdauer, berechnet aus den Intervallen zwischen aufeinanderfolgenden Nachrichten (Pausen > 5 Minuten werden als Inaktivität gewertet)
- Modell-Information — welches KI-Modell eingesetzt wurde (Opus, Sonnet, Haiku)
Aktive Arbeitszeit vs. Session-Dauer
Ein wichtiger Unterschied: Die Session-Dauer (erste bis letzte Nachricht) sagt wenig über den tatsächlichen Arbeitsaufwand aus. Eine Session, die um 10:00 beginnt und um 20:00 endet, hat eine “Dauer” von 10 Stunden — aber vielleicht nur 45 Minuten aktive KI-Nutzung.
Der Token Tracker berechnet die aktive Arbeitszeit anhand der tatsächlichen Nachricht-Timestamps: Nur Intervalle unter 5 Minuten zwischen zwei aufeinanderfolgenden Interaktionen zählen als aktive Arbeit. Das ist dieselbe Methode, die IDE-Zeittracker wie WakaTime verwenden. Das Ergebnis: realistische Zeiten wie “5 Std. 15 Min.” statt irreführender “194 Std. Session-Dauer”.
Echtzeit-Updates
Ein Dateisystem-Watcher (Chokidar) erkennt Änderungen an den JSONL-Dateien sofort. Neue Interaktionen erscheinen innerhalb von Sekunden im Dashboard — inklusive Server-Sent Events (SSE) für Live-Updates im Browser.
Datenumfang
In der aktuellen Instanz: über 70.000 protokollierte Nachrichten, verteilt auf 71 Projekte, mit detaillierten Tages- und Session-Auswertungen.
Was ist celox ops?
celox ops ist eine Business-Management-Webapp für Freelancer und IT-Consultants. Sie verwaltet den gesamten Kundenstamm, Aufträge, Verträge und Rechnungen — inklusive professioneller PDF-Generierung mit Branding.
Repository: github.com/pepperonas/celox-ops (MIT-Lizenz)
Kernfunktionen
- Kundenverwaltung — Stammdaten, Website, Kontakt, verknüpfte Aufträge und Verträge
- Auftragsverwaltung — Status-Workflow von Angebot bis Abschluss
- Vertragsverwaltung — Hosting, Wartung, Support mit automatischer Verlängerung
- Rechnungen — Dynamische Positionstabelle, automatische Rechnungsnummern (CO-YYYY-NNNN), PDF-Generierung mit WeasyPrint
- Schnellrechnungen — Ein-Klick-Rechnungserstellung direkt aus der Kundenansicht für Adhoc-Arbeiten (z.B. “Kunde ruft an, 15 Minuten Sicherheitscheck” — eine Position, fertig)
- Dashboard — Umsatz-KPIs, offene und überfällige Rechnungen, aktive Verträge
- Kleinunternehmerregelung — Konfigurierbar, beeinflusst Steuerberechnung und PDF-Hinweis
- Einstellungen — Token Tracker Verbindungsstatus und Konfigurationsanleitung
Tech-Stack
React 18 mit TypeScript und TailwindCSS im Frontend, Python/FastAPI mit async PostgreSQL im Backend, Chart.js für Diagramme, Docker Compose für Deployment, Nginx als Reverse Proxy. GitHub-inspiriertes Dark Theme mit der Farbpalette #0d1117 / #161b22 / #58a6ff.
Die Verknüpfung: KI-Transparenz für Kunden
Das Problem
Als IT-Consultant, der KI-Werkzeuge einsetzt, stellt sich eine berechtigte Frage der Kunden: “Wofür zahle ich eigentlich? Was hat die KI an meinem Projekt gemacht?”
Bisherige Antworten waren anekdotisch — “Ich habe X Stunden an Ihrer Website gearbeitet.” Das ist bei KI-gestützter Entwicklung nicht mehr zeitgemäß. Die Arbeit geschieht in intensiven Sessions, in denen in kurzer Zeit hunderte Codezeilen entstehen. Die klassische Stundenabrechnung bildet das nicht mehr ab.
Die Lösung: Share API
Der Token Tracker bietet eine sichere Share-API. Für jedes Kundenprojekt kann ein kryptografisch zufälliger Share-Token generiert werden (48 Hex-Zeichen, 192 Bit Entropie). Dieser Token gewährt Zugriff auf die Nutzungsdaten genau dieses einen Projekts — keine anderen Projekte, keine internen Daten.
In celox ops wird dieser Token beim Kunden hinterlegt. Die Verknüpfung geschieht komfortabel über einen Projekt-Picker: Im Kundenformular auf “Projekt verknüpfen” klicken, das gewünschte Projekt aus der durchsuchbaren Liste auswählen — der Share-Token wird automatisch erstellt und gespeichert.
Ab diesem Moment erscheint auf der Kundendetailseite ein “KI-Nutzung”-Tab mit:
Interaktives Dashboard
- Zeitraumfilter — 7 Tage, 30 Tage, 90 Tage, Gesamt oder benutzerdefinierter Zeitraum mit Datumswähler
- KPI-Karten — KI-Kosten (EUR + USD), aktive Arbeitszeit (nicht Session-Dauer!), geschriebene Codezeilen, Anzahl KI-Anfragen
- Diagramme (Chart.js):
- Arbeitsintensität pro Tag (Balkendiagramm)
- Kumulierter Kostenverlauf (Liniendiagramm mit Fläche)
- Code-Entwicklung pro Tag (geschriebene und hinzugefügte Zeilen)
- Sessions-Tabelle — Jede Arbeitssitzung mit Datum, aktiver Dauer, KI-Modell, Anfragen, Codezeilen (+/−) und Kosten
- Modell-Übersicht — Welche KI-Modelle eingesetzt wurden, mit Anfragen und Kosten pro Modell
- Zusammenfassung — Erster/letzter Einsatz, aktive Arbeitszeit, Gesamtkosten
Export-Funktionen
- CSV-Export — Tagesübersicht und Arbeitssitzungen als CSV-Datei (Excel-kompatibel mit BOM), Dateiname enthält Projektname und Zeitraum
- HTML-Bericht — Professioneller, eigenständiger HTML-Report mit celox.io Branding, KPI-Karten, Sessions-Tabelle, Tagesübersicht und Zusammenfassung. Komplett self-contained (kein externes CSS/JS), druckoptimiert — ideal zum Versand per E-Mail an den Kunden
Kundenfreundliche Darstellung
Alle Texte sind bewusst für Fachfremde formuliert: “Aktive Arbeitszeit” statt “Session-Dauer”, “KI-Anfragen” statt “Messages”, “Codezeilen geschrieben” statt “Output Tokens”. Ein erklärender Einleitungstext beschreibt, was die Daten bedeuten und wie sie zustande kommen.
KI-Nutzungsbericht in der Rechnung
Bei der Rechnungserstellung kann optional ein KI-Nutzungsbericht angehängt werden. Im Rechnungsformular erscheint (wenn der Kunde einen Token Tracker hat) ein Toggle “KI-Nutzungsbericht an Rechnung anhängen” mit Zeitraumwähler. Das System generiert automatisch eine zweite Seite im Rechnungs-PDF mit:
- Kennzahlen-Tabelle (Sessions, Anfragen, Codezeilen, Kosten)
- Auflistung aller Arbeitssitzungen (Datum, Modell, Anfragen, Codezeilen, Kosten)
- Tagesübersicht aller aktiven Arbeitstage
- Erklärungstext zur Datenherkunft
Das PDF wird serverseitig via WeasyPrint generiert und steht sofort zum Download bereit.
Technische Architektur der Verknüpfung
Claude Code CLI
│
▼ (JSONL-Logs)
Token Tracker (Node.js, SQLite)
│
├── Dashboard: tracker.celox.io
│
├── Settings UI: Share Admin Key anzeigen + kopieren
│
└── Share API
│
├── POST /api/shares (Admin Key Auth)
│ → Erstellt Share-Token für ein Projekt
│
├── GET /api/shares/projects (Admin Key Auth)
│ → Liste aller Projekte für Picker
│
└── GET /api/public/share/:token (Public, Rate Limited)
→ Gibt Projektdaten zurück
│
▼
celox ops (FastAPI, PostgreSQL, React)
│
├── Einstellungen: Verbindungsstatus prüfen
│
├── Kundenformular: Projekt-Picker verknüpft automatisch
│
├── Kundendetail → KI-Nutzung Tab
│ ├── KPI-Karten (Kosten, Aktive Zeit, Codezeilen, Anfragen)
│ ├── 3 Diagramme (Chart.js)
│ ├── Sessions-Tabelle
│ ├── CSV-Export + HTML-Bericht
│ └── Tab-State bleibt bei Page-Refresh erhalten (URL-Hash)
│
└── Rechnungs-PDF mit optionalem KI-Anhang
(Backend fetcht Token-Tracker-Daten beim PDF-Generieren)
Sicherheit
- Share-Tokens sind kryptografisch zufällig (192 Bit) und nicht erratbar
- Admin-Key (256 Bit) für Share-Verwaltung, nur zwischen den beiden Servern geteilt
- Die öffentliche API ist Rate-Limited (30 Anfragen/Minute pro IP)
- CORS ist auf konfigurierte Domains beschränkt
- Keine internen Pfade oder Projektnamen werden exponiert
- Keine Enumeration möglich — man kann nicht nach Tokens suchen
- Token-Format wird serverseitig validiert (48 Hex-Zeichen)
- Shares können mit Ablaufdatum erstellt werden
- Share Admin Key kann direkt in der Token Tracker UI generiert und kopiert werden
Setup in der Praxis
- Im Token Tracker unter Einstellungen → Share API den Share Admin Key und die Tracker URL kopieren
- In celox ops
.enveintragen:TOKEN_TRACKER_BASE_URLundTOKEN_TRACKER_ADMIN_KEY - Backend-Container neustarten
- In celox ops unter Einstellungen prüfen: “Verbunden” mit Projekt- und Share-Anzahl
- Beim Kunden auf “Bearbeiten” → “Projekt verknüpfen” → Projekt aus der durchsuchbaren Liste wählen
- Der Share-Token wird automatisch erstellt und gespeichert
- Ab sofort: KI-Nutzung-Tab auf der Kundendetailseite + optionaler Rechnungsanhang + CSV/HTML-Export
Fazit
Die Kombination aus automatischer Token-Protokollierung und integrierter Business-Verwaltung schafft eine neue Form der Transparenz in der KI-gestützten Softwareentwicklung. Kunden sehen nicht nur, was geliefert wurde, sondern auch den dokumentierten Entwicklungsprozess dahinter — mit exakten Zahlen zu aktiver Arbeitszeit, Code-Output und eingesetzten Technologien.
Der entscheidende Punkt: Die aktive Arbeitszeit wird nicht geschätzt, sondern aus den tatsächlichen Interaktions-Timestamps berechnet. Wenn 5 Stunden 15 Minuten aktive KI-Arbeit stattfanden, steht das so im Bericht — nicht “194 Stunden Session-Dauer”.
Beide Tools sind Open Source (MIT-Lizenz), aktiv im Einsatz bei celox.io und auf GitHub frei verfügbar.
Open Source (MIT-Lizenz):
Entwickler: Martin Pfeffer — celox.io